Riggkontrolle

Das Rigg ist das sicherheitskritischste System einer Segelyacht, und ein großer Teil davon lässt sich von Deck aus nicht beurteilen.

Drahtrigg hat eine endliche Ermüdungslebensdauer. Rodrigg kann ohne sichtbare Vorwarnung versagen. Walzterminals korrodieren von innen nach außen und zeigen an der Oberfläche nichts — bis zu dem Moment, in dem sie nachgeben. Püttinge arbeiten sich unter Deckbeschlägen los, die von oben völlig unauffällig aussehen.

Eine Riggkontrolle ist die systematische Inspektion von stehendem Gut, laufendem Gut, Spieren und den zugehörigen Deckbeschlägen — sie bewertet den Zustand, findet Verschleiß und Ermüdung und stellt fest, ob das Rigg dem geplanten Einsatz gewachsen ist. Ein Rigg, das für sommerliche Küstenschläge reicht, reicht nicht unbedingt für eine Atlantiküberquerung — die Kontrolle richtet sich nach dem, was Sie wirklich vorhaben.

Geprüfte Bereiche

  • Stehendes Gut — Wanten, Stagen, Walzterminals, Toggles, Wantenspanner und Bolzen, mit besonderem Blick auf die Beschläge, an denen sich Ermüdung konzentriert
  • Püttinge und Anschlagpunkte — Zustand, Spiel, Anzeichen von Leckage oder Spaltkorrosion am Decksdurchgang
  • Laufendes Gut — Fallen, Schoten, Blöcke, Fallenstopper und Winschen
  • Spieren — Mast, Baum, Salinge, Lümmelbeschlag und Mastfuß, einschließlich Korrosion an den Beschlagkontakten
  • Rollanlagen — Profile, Trommeln und Lager
  • Deckbeschläge — Schienen, Schlitten, Klampen und lasttragende Beschläge

An Deck und im Mast

Eine Kontrolle an Deck umfasst stehendes und laufendes Gut, Püttinge, Toggles, Wantenspanner, Scheiben und die Deckbeschläge — ohne in den Mast zu steigen. Das ist die Standardkontrolle, die bei Segelyachten in der vollständigen Ankaufsuntersuchung enthalten ist.

Eine Kontrolle im Mast bedeutet, tatsächlich aufzuentern: Masttop, Salingfüße und -spitzen, Fallenaustritte, obere Terminals und das Mastprofil selbst aus nächster Nähe. Rund die Hälfte der gravierenden Riggbefunde ist nur von oben zu sehen. Sie wird dringend empfohlen bei älteren Schiffen, unbekannter Rigghistorie, jedem Schiff, das auf Langfahrt vorbereitet wird, und immer dann, wenn an Deck Zweifel aufgekommen sind.

Ist der Mast fürs Winterlager gelegt, kann stattdessen eine Inspektion des Profils und seiner Beschläge auf Böcken vereinbart werden — sie erlaubt eine noch genauere Prüfung als beide anderen.

Alter gegen Zustand

Drahtrigg wird gemeinhin eine Lebensdauer von rund zehn Jahren bei regelmäßiger Nutzung zugeschrieben, und die meisten Veranstalter von Hochseerallyes rechnen mit dieser Zahl. Es ist eine Faustregel, kein Gesetz: Umgebung, aufgelaufene Lasten und die Art, wie das Schiff gesegelt wurde, zählen mehr als der Kalender. Ein zehn Jahre altes Rigg auf einem wenig genutzten Schiff in gemäßigten Gewässern kann gesund sein; ein sechs Jahre altes, das in den Tropen hart gefahren wurde, vielleicht nicht.

Das Gutachten berichtet den Zustand, und wo ein Austausch empfohlen wird, steht die Begründung dabei.

Der Bericht

Befunde und Empfehlungen kommen als strukturierter schriftlicher Bericht, mit Fotos der wesentlichen Punkte und einer klaren Trennung zwischen dem, was vor dem nächsten Segeln erledigt werden muss, dem, was geplant werden sollte, und dem, was fürs Protokoll vermerkt ist.

Riggkontrolle — FAQ

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