Ankaufsuntersuchung — FAQ
Was deckt eine Ankaufsuntersuchung wirklich ab?
Die Inspektion umfasst Rumpf, Deck, Struktur, Innenausbau, Maschine, Elektrik, Leitungssysteme, Rigg und Sicherheitsausrüstung. Mängel werden erfasst und nach Bedeutung gewichtet, mit einem realistischen Blick auf den Zustand des Schiffs und die zu erwartenden Wartungskosten. Es ist eine ehrliche technische Bewertung, keine Prüfung nach dem Muster bestanden/nicht bestanden.
Wie lange dauert ein Gutachten?
Bei Schiffen zwischen 35 und 55 Fuß ist ein voller Tag am Schiff üblich. Größere, ältere oder komplexere Schiffe brauchen länger.
Muss das Schiff gekrant werden?
Die Kranung wird dringend empfohlen. Kielbefestigung, Borddurchlässe, Ruderlager und der Zustand des Antifoulings lassen sich ohne sie nicht richtig prüfen.
Muss ich dabei sein?
Das ist freiwillig, aber erwünscht. Viele Kunden schätzen den Rundgang am Ende des Tages, bei dem die Befunde vor dem förmlichen Bericht besprochen werden.
Wann erhalte ich den Bericht?
Berichte werden in der Regel binnen zwei bis vier Arbeitstagen erstellt. Ein Eilbericht binnen 24 Stunden ist nach Terminlage mit einem Zuschlag von 25 % möglich.
Was, wenn das Gutachten ernste Probleme findet?
Gravierende Punkte werden präzise beschrieben, mit ihrer wahrscheinlichen Ursache — damit Sie eine fundierte Kaufentscheidung treffen können. Ein Bericht mit Kostenschätzung ist auf Anfrage erhältlich.
Wie wichtig sind die Bedingungen am Tag selbst?
Sehr. Wetter und Werftbedingungen bestimmen, was sich wirklich feststellen lässt — Regen und Wind begrenzen, was Rumpf, Deck und Rigg zeigen, und auf einem Rumpf, der nicht trocken ist, sind Feuchtigkeitsmessungen nahezu bedeutungslos. Wo die Bedingungen die Inspektion einschränken würden, wird das Gutachten auf einen Tag gelegt, der ein belastbares Ergebnis liefert.
Begutachten Sie Katamarane und andere Mehrrumpfboote?
Ja, unter Segel wie unter Motor. Ein Mehrrumpfboot hat zwei Rümpfe und ein Brückendeck zum Abklopfen und Messen, Balken- und Schottanbindungen zum Prüfen, mehr Borddurchlässe und meist zwei Motoren, zwei Ruder und zwei Wellenanlagen. Das dauert länger als bei einem Einrumpfboot gleicher Länge — deshalb der Zuschlag von 4 € pro Fuß für Mehrrumpfboote.
Was sagen Feuchtigkeitsmessungen wirklich aus?
Auf einem GFK-Rumpf misst das Feuchtigkeitsmessgerät die relative Feuchte im Laminat. Gemessen wird über den ganzen Rumpf, und die Werte werden miteinander verglichen, nicht mit einer absoluten Zahl — ein Muster erhöhter Werte deutet auf Wasseraufnahme im Laminat, bei Blasenbildung auf Osmose; eine einzelne hohe Stelle auf eine Reparatur, einen Beschlag oder Wasser im Kern. Zwei Dinge entscheiden, ob die Werte etwas bedeuten: Der Rumpf muss trocken sein, deshalb zählt die Zeit an Land, und die Werte werden zusammen mit der Klopfprobe und der Sichtprüfung gelesen. Ein Messwert allein ist kein Befund.
Wie gründlich wird der Motor geprüft?
Visuell und mechanisch, nicht durch Zerlegen. Der Motor wird kalt untersucht — elastische Lager, Riemen, Schläuche, Kühlung, Abgasanlage, Spuren von Leckagen oder Überhitzung, Betriebsstunden im Abgleich mit der vorgelegten Historie — dann kalt gestartet und auf der Probefahrt unter Last gefahren, wobei Öldruck, Temperatur, Rauchbild und Vibrationen beobachtet werden. Eine Labor-Ölanalyse ist für 180 € pro Motor erhältlich: Eine einzelne Probe zeigt Verunreinigungen wie Kühlmittel oder Kraftstoff sowie Verschleißmetalle, ist aber eine Momentaufnahme und keine Trendaussage; die Laborergebnisse können auch erst nach dem Bericht eintreffen. In jedem Fall darf der Motor am Tag des Gutachtens nicht gestartet werden, bevor der Gutachter eintrifft.
Lässt sich mit dem Gutachten der Preis nachverhandeln?
Der Bericht ist so geschrieben, dass es geht. Befunde sind nach Dringlichkeit geordnet und mit wahrscheinlicher Ursache beschrieben — genau das, was eine Verhandlung braucht: was vor der Wiederinbetriebnahme erledigt werden muss, was einzuplanen ist und was lediglich vermerkt wird. Ob am Ende ein Preisnachlass steht, Nachbesserungen durch den Verkäufer vor der Übergabe oder der Rücktritt: Die Entscheidung stützt sich auf den Bericht, nicht auf Eindrücke. Werden Arbeiten vereinbart, kann anschließend eine Nachkontrolle erfolgen (10 € pro Fuß, mindestens 320 €).
In welcher Sprache wird der Bericht verfasst?
In der, die Sie bevorzugen — Englisch, Spanisch, Französisch oder Deutsch. Das Gutachten selbst läuft in der Sprache, in der Werft, Makler und Crew arbeiten.
Begutachten Sie auch außerhalb Mallorcas — Ibiza, Menorca, das Festland?
Ja. Gutachten finden auf allen Balearen, auf dem Festland und darüber hinaus statt. Die Anfahrt innerhalb Mallorcas ist enthalten; darüber hinaus wird sie mit einem Euro pro Kilometer berechnet, Flüge, Fähren oder Hotels werden vorab vereinbart. Bei einem weit entfernten Schiff ist ein Inserats-Check aus der Ferne oft der sinnvolle erste Schritt — er klärt, ob sich die Reise lohnt.
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